Pressespiegel:
Euskirchen, 07. Mai 2004
SPD-Veranstaltung "Sicherheitsaspekte im Kommunalen Raum"
Sicherheit geht uns alle an
Kreis ist keine Insel der Glückseligen mehr
Der pensionierte Hauptkommissar Peter Müller aus Kerpen sprach im City-Forum über Sicherheitsfragen.Euskirchen - Öffentliche Sicherheit, Recht und Ordnung: Das sind normalerweise klassische Themen konservativer politischer Parteien. Dass sich jetzt der SPD-Kreisverband in einer Konferenz mit &8222;Sicherheitsaspekten im kommunalen Raum&8220; befasste, mag daher auf den ersten Blick überraschen. &8222;Das Thema ist wichtig, weil der Kreis Euskirchen längst keine Insel der Glückseligen mehr ist&8220;, sagte der SPD-Vorsitzende Uwe Schmitz am Mittwochabend im Euskirchener City-Forum. Auch im Kreisgebiet sei die Kriminalitätsrate in den vergangen Jahren kontinuierlich gestiegen. Die Politik komme deshalb nicht umhin, sich mit Sicherheitsfragen zu befassen.
Hauptreferent des Abends war der frühere Kerpener Bürgermeister Peter Müller. Zum einen betrachtete er das Problem aus der Sicht des Kommunalpolitikers, zum anderen stellte er Konzepte gegen Gewalt und Kriminalität aus seiner 41-jährigen Berufserfahrung als Polizeibeamter vor. Der Tenor seiner Ausführungen: &8222;Wir müssen das Problem an der Wurzel und nicht an den Sym ptomen anpacken.&8220; Verschärft hätte sich vor allem die Sicherheitssituation an Schulen. &8222;Es gibt immer mehr Straftaten von immer jüngeren Jugendlichen mit immer intensiverer Gewalt&8220;, sagte der seit kurzem pensionierte Kriminalhauptkommissar. Eltern und Lehrer stünden dieser Entwicklung oft hilflos gegenüber. &8222;In Kerpen haben wir deshalb Schulsozialarbeiter an allen Lehranstalten eingestellt&8220;, sagte Müller. Finanziell amortisieren sich diese Stellen natürlich nie. Messbar, so der Referent, ist der Erfolg dennoch: &8222;Die Kriminalitätsrate ist deutlich zurückgegangen.&8220;
Gute Erfahrungen hat Müller auch mit einem weiteren Projekt gemacht: Im Schulbus sind ältere Schüler als &8222;Scouts&8220; mit von der Partie. Sie sehen nach dem Rechten und fungieren bei Streitigkeiten als eine Art Schiedsrichter. &8222;Die Scouts werden zuvor von der Stadt, von der Polizei und vom Verkehrsträger geschult&8220;, sagte Müller.
Wenn man Gewalttaten vorbeugen wolle, sei es zudem wichtig, die Zivilcourage der Bürger zu fördern. In Kerpen habe er deshalb Schulungen angeboten, bei denen die Teilnehmer gelernt hätten, wie sie sich im Ernstfall selbst besser zur Wehr setzen und anderen helfen können. Bis heute veranstaltet Peter Müller in seiner Freizeit Trainings für Mädchen, bei denen es um die Abwehr sexualisierter Gewalt geht. Gute Arbeit bei der Verbrechensprävention leisteten auch die Vorbeugungskommissariate der Polizei. Die Landesregierung verkaufe diese Einrichtungen nur nicht prominent genug. Überhaupt gab es in dem Vortrag einige kritische Worte an die SPD-Parteigenossen in Düsseldorf: &8222;Die Pläne zur nächsten Polizeireform mit weiteren Kürzungen liegen dort bereits in der Schublade&8220;, sagte Müller. Dagegen gelte es, mit aller Macht zu kämpfen.




