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Meldung:

Euskirchen, 23. Oktober 2005
Bündnisse für Familien

Viele Bereiche müssen bedacht, diskutiert und verbessert werden

SPD-Fraktion bleibt am Ball
Standen im Euskirchener City-Forum Rede und Antwort: Renate Hendricks, Land-tagsabgeordnete aus Bonn und SPD- Kreistagsfraktionsvorsitzender Uwe Schmitz.
Standen Rede und Antwort: Renate Hendricks, MdL und Uwe Schmitz
Bündnisse für Familien:
Viele Bereiche müssen bedacht, diskutiert und verbessert werden

„Bundesfamilienministerin Renate Schmidt hat Recht: ‚Ein kinderloses Land ist ein Land ohne Zukunft’. Deshalb unterstützt die Euskirchener SPD-Kreistagsfraktion die Bemühungen des Landrates und der Verwaltung, im Kreis Euskirchen ein Bündnis für Familien zu organisieren.“ So in diesem Frühjahr der Tenor einer Erklärung der SPD zur Diskussion über ein Bündnis für Familien im Kreistag und in seinen Ausschüssen. Ein vom Landrat anberaumtes Treffen mit Wirtschaft, Verbänden und Institutionen Anfang Juni war ohne Angabe von Gründen ausgefallen. Erst nachdem die SPD nach der Sommerpause einen Antrag zum Bündnis für Familien im Kreis Euskirchen gestellt hatte, offenbarte die Verwaltung, dass sich nach ihrer damaligen Einladung zu wenige Interessenten für die Veranstaltung zurück gemeldet hatten.

Vor diesem Hintergrund hatte die SPD-Kreistagsfraktion zu einem Fachgespräch mit der Landtagsabgeordneten Renate Hendricks eingeladen.

Renate Hendricks berichtete, dass in ihrer Heimatstadt Bonn Ende August ein lokales Bündnis für Familien gegründet worden war. Sie erinnerte an andere Themen, die zu Be-ginn der Debatte für den ländlichen Raum vermeintlich ohne Belang waren. Als Beispiel führte sie die 1987 begonnene Diskussion über „Offene Grundschulen“ an.

Renate Hendricks unterstrich die Auffassung von Renate Schmidt, wonach Bündnisse für Familien Ideenschmieden sind, in die möglichst alle Aktiven eingebunden werden sollen. Schon alleine die demografische Entwicklung (Wir werden zum Glück immer älter!) zwingt uns, mehr „Wert“ auf Nachwuchs zu legen. Wenn der aktuelle Trend unverändert anhält, wird unsere Einwohnerzahl in 20 Jahren auf
70 Mio. Menschen geschrumpft sein. Die Ergebnisse wie Leerstände in Wohnungen, Stadtteilen, Kindergärten und Schulen werden alle Regionen mehr oder weniger spüren.

Bei den jungen Menschen bleiben immer mehr kinderlos; 44 % aller ausgebildeten Frauen haben heute keine Kinder. In der Regel sind die Familien heute auf zwei Einkommen angewiesen.

Daher muss an erster Stelle stehen, den jungen Familien zukünftig verlässliche Angebote für die Kinderbetreuung zu machen.

Renate Hendricks machte folgende Vorschläge:

1. Die Kommunen müssen eingebunden werden.

Sie sind nicht nur für die Versorgung mit Kindergärten und Schulen wichtig.

Sie sorgen für familienfreundliche Wohnumgebungen! Dabei spielen auch Hallenbäder, Spielplätze, Büchereien eine wichtige Rolle.

Die Öffnungszeiten öffentlicher Einrichtungen müssen ebenso wie die Takte des Nahverkehrs auf ihre Familienfreundlichkeit hin untersucht werden.

2. Unternehmen in allen Größenordnungen von kleinen Handwerkerbetrieben über kleine, mittlere und große Kaufhäuser bis hin zu den Verwaltungen und Behörden sind einzubinden.

Hier spielen betriebliche und überbetriebliche Betreuungsangebote eine wichtige Rolle.

3. Besonderes Interesse soll den
Migrantinnen und Migranten gelten.

Die Sprachförderung der Eltern und die
der Kinder ist zu verbessern.

4. Möglichst alle sind zu befragen und zu interessieren:

Junge Familien, Kinderärzte, Krankenhäuser und Hebammen, Wirtschaftsunternehmen.

In der Diskussion mit Renate Hendricks stand die Organisation des Bündnisses im Kreis Euskirchen im Vordergrund. Angedacht wurden Befragungen, z.B. durch die Träger der Kindergärten. Für die zukünftige Arbeit sollten Foren geschaffen werden. Die SPD hatte in ihrem Antrag bereits gefordert, hierbei auf größtmögliche Familienfreundlichkeit zu achten, u. a. durch Kinderbetreuung während der Veranstaltungen und Gespräche.

Als kurzfristiges Angebot sollte geprüft werden, ob eine Tagesmutterbörse notwendig und hilfreich ist. Und im Kreis Euskirchen muss die Ernsthaftigkeit des Bündnis für Familien im Kreis Euskirchen durch ein Service-Büro für das Bündnis unterstrichen werden. Denn viele Arbeiten können und müssen zwar im ehrenamtlichen Bereich erledigt werden. Aber professionelle Mitarbeit, die für Kontinuität sorgt und bei der Koordination amtlicher Stellen und privater Initiativen hilft, ist unumgänglich.



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