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Pressemitteilung:

18. Januar 2008
Uwe Schmitz

Der Landrat hat die Zeichen der Zeit verschlafen

Probleme durch den demographischen Wandel im Kreis
So beschäftige das Thema Änderung der Bevölkerungsstruktur andere kommunale Gemeinwesen in Deutschland schon seit Jahren, während es im Kreis Euskirchen verschlafen worden sei. „Das vom Landrat in seiner Ansprache nun propagierte Ziel, im Kreis beispielsweise günstiges Bauland für Familien mit Kindern zur Verfügung zu stellen, ist vielerorts in Deutschland schon lange Realität“, gibt Schmitz zu bedenken. „In dem Wettbewerb, der nun um Familien mit Kindern in Deutschland ausbricht, ist der Kreis leider schlecht aufgestellt.“ Dies passe darüber hinaus auch zu dem bedauernswerten Ergebnis, welches der Kreis im Familienatlas 2007 erreicht habe. Diese Studie bescheinigt dem Kreis, von Familienfreundlichkeit weit entfernt zu sein.

Den Kreis familienfreundlich zu gestalten, und damit den Problemen durch den demographischen Wandel entgegenzutreten versucht die SPD-Fraktion im Kreistag demhingegen schon seit langem. Nachdem das vom Kreis groß angekündigte „Lokale Bündnis für Familien“ im Jahr 2005 grandios gescheitert war, setzte sich die SPD bei Landrat und Verwaltung dafür ein, dass dieses Thema nicht von der Agenda verschwand. Die Verwaltung sicherte der Fraktion zu, sie über weitere Bemühungen zu unterrichten. Im November 2006, also mehr als ein Jahr später teilte die Verwaltung mit, dass es zu Gesprächen der Verwaltung mit der Kreissparkasse Euskirchen, der Kreis-Energie-Versorgung und dem Kreiskrankenhaus Mechernich gekommen sei. „Es wurden Fragebögen an die Belegschaft der Unternehmen verteilt, um die einzelnen Bedürfnisse nicht nur der Unternehmen, sondern auch der Angestellten zu erfahren“, so Schmitz. „Ich frage mich allerdings, warum nur mit unternehmen gesprochen wurde, die zu den Beteiligungen des Kreises gehören. Der Großteil der lokalen Wirtschaft wurde völlig außer Acht gelassen, von Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen und freien Trägern der Wohlfahrtspflege war überhaupt keine Rede mehr.“ Diese Verwaltungsinformation vom November 2006 war für lange Zeit die letzte Meldung des Kreises zum Thema.

Erst zum Jahresende 2007 ist Landrat und Verwaltung wieder aufgefallen, dass im Kreis in den nächsten Jahren ein Wandel der Bevölkerungsstruktur ins Haus steht.

„Der Kreis Euskirchen ist nun also so weit, sich Gedanken zu machen, während anderswo schon die Früchte einer produktiven Auseinandersetzung mit dem demographischen Wandel geerntet werden“, zeigt sich Schmitz erbost. „Wie so oft hechelt unser Kreis den aktuellen Entwicklungen hinterher. Da muss man schon froh sein, dass der Landrat die Zusammenhänge zwischen Bevölkerungsstruktur und Familienfreundlichkeit nun immerhin doch noch erkannt hat. Seine Fehler auszubügeln wird uns nun allerdings unnötig Zeit und Ressourcen kosten. Mit etwas mehr Weitblick hätte der Landrat in seiner Neujahrsansprache weniger zu lamentieren gehabt.“


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