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Pressespiegel:

Euskirchen, 13. März 2003
SPD-Ortsverein Euskirchen

Waldfreibad Steinbachtalsperre erhalten

Kuckertz, Kurt
Kurt Kuckertz, Vorsitzender der SPD-Euskirchen
Stellungnahme des Vorstandes des SPD-Ortsvereins Euskirchen zur geplanten Einrichtung einer Robbenforschungsstation im Freibad Steinbachtalsperre


Nach den Plänen des Euskirchener Bürgermeisters Dr. Friedl soll das Waldfreibad Steinbachtalsperre für die Badesaison 2003 nicht mehr geöffnet werden.

An Stelle des Freibades soll ein „Institut für die Forschung an aquatischen Säugetieren“ entstehen, d.h. 8 Seehunde werden im bisherigen Schwimmbecken Platz finden und sich Experimenten bezüglich ihrer Orientierung im aquatischen Lebensraum unterziehen.

Der SPD-Ortsvereinsvorstand spricht sich ganz entschieden gegen dieses Projekt aus.

· Wegen seines Naturbelassenen Seewassers und seiner landschaftlich hervorragenden Lage erfreut sich das Waldfreibad Steinbachtalsperre überaus großer Beliebtheit sowohl bei der Euskirchener Bevölkerung als auch bei zahlreichen Besuchern aus dem Umland. Wegen dieser einmaligen Vorzüge, bildet es die Attraktion unserer Region.
· Bei einer Schließung des Bades ginge diese Attraktion unwiederbringlich verloren. Selbst nach einer evtl Rückgabe wäre das Bad nicht mehr nutzbar.. Die bisher getätigten Investitionen wären vergebens gewesen.
· Da es sich bei der Robbenforschungsstation um eine rein wissenschaftliche Einrichtung handelt, ist nicht damit zu rechnen, dass dort großer Besucherverkehr zugelassen wird. Auf keinen Fall wird dort ein attraktiver Zoo-ähnlicher Betrieb entstehen.

Die vom Bürgermeister angedeutete Alternative für das Waldfreibad, eine Benutzung der Talsperre lässt sich nicht ohne weiteres realisieren.

· Zunächst ergibt sich das Problem der Sicherheit. Im See bestehen Strömungen, die für die Badenden eine große Gefahr darstellen.
· Für die Aufsicht und die Sicherheit der Badegäste muss Personal bereit gehalten und bezahlt werden. Es ergäben sich also keine Einsparungen.
· Zudem wären erhebliche Investitionen für die Benutzung des Sees (evtl. Anschüttungen in Ufernähe), für die Anlegung von Liegewiesen und sanitäre Einrichtungen erforderlich.
· Mit Regressansprüchen des Restaurantbetreibers am Freibad wegen zukünftiger Einnahmeausfälle ist zu rechnen.

Statt den Plan der Einrichtung der Forschungsstation weiter zu verfolgen, sollte die Stadt sich Gedanken machen, wie das Bad kostengünstig weiter betrieben werden kann.

· Hier könnte man zunächst an eine Privatisierung des Waldfreibades denken. Der Betreiber des Restaurants hat bereits sein Interesse bekundet.
· Auch eine Optimierung der Wirtschaftlichkeit könnte realisiert werden. Bei einer Zahl von ca. 50.000 bis 60.000 Besuchern im Jahr müssen sich zusätzliche Einnahmen von 30.000 € (der vom Bürgermeister angegebene Jahresverlust) erwirtschaften lassen.

Auf jeden Fall sollte die Stadt alles versuchen, um das Bad zu erhalten! Leserbriefe in der hiesigen Presse und Unterschriftensammlungen beweisen, dass sich das Bad in der Bevölkerung sehr großer Beliebtheit erfreut und dass eine Schließung auf keinerlei Verständnis stoßen würde.

Die Beharrlichkeit, mit welcher Bürgermeister Dr. Friedl an den Schließungsplänen festhält beweist aufs Neue, dass er die Stadt nur nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu führen gedenkt. Als Nicht-Euskirchener fehlt ihm der Bezug zu den emotionalen Grundlagen der Bürgerinnen und Bürger, und er ist nicht in der Lage, die Wünsche der Bevölkerung nachzuvollziehen.

Euskirchen, den 11.02.2003

Kurt Kuckertz
Ortsvereinsvorsitzender


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