Meldung:
22. Februar 2008
Jusos Kreis Euskirchen
Kinderspargesetz statt Kinderbildungsgesetz
Verlierer sind kleine Kindergarten in den Außenorten. Diese können aufgrund ihrer Gruppengröße nur ein „Betreuungsmodul“ anbieten. Man muss kein Hellseher sein um zu wissen, dass es sich hier um ein 35- oder ein 25- Stunden-Angebot - wahrscheinlich für 3 bis 6-jährige - handeln wird. Und das kann sich jedes Jahr ändern! Schlecht für berufstätige Eltern, die notgedrungen auf größere Kindergärten im Zentralort mit umfangreicherem Angebot zurückgreifen müssen. Das Ende der Gruppen in den Außenorten ist dabei vorprogrammiert! Verlierer sind auch die Mitarbeiter in den Betreuungseinrichtungen. Die Module, sowie die Intensität der Betreuung (Kinder unter 3 Jahren, Kinder zwischen 3 und 6 Jahren, Kinder über 6 Jahren) kann jährlich wechseln. Planungs- und Arbeitsplatzsicherheit für die Erzieherinnen und Erzieher gleich null, wodurch der Beruf zusätzlich in Misskredit gerät. Dabei brauchen wir doch viele motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter in den Betreuungseinrichtungen, schließlich sollen diese die Kinder bis zu 45 Stunden in der Woche betreuen.Verlierer sind vor allem sozial schwache Kinder die in armen Kreisen wohnen. Während sich reiche Kreise mit einkommensstarken Einwohnern es sich leisten können mehr zur Kinderbetreuung dazu zusteuern, bleiben ärmere Kreise mit vielen sozialen Brennpunkten auf der Strecke. Dabei wohnen doch gerade dort die Kinder, die eine adäquate Betreuung dringend benötigen. Reiche Eltern können sich auch hohe Elternbeiträge leisten und ohne Probleme das 45-Stunden-Angebot in Anspruch nehmen. Arme Familien hingegen können es sich aber nicht leisten ihre Kinder 45 Stunden betreuen zu lassen. Für sie bleibt nur das „Sparpaket“ mit 25 Stunden ohne Mittagsbetreuung - ohne Mittagessen. Wo bleibt da die gewünschte Integration, wenn Kinder aus höheren sozialen Schichten in 45-Stunden-Gruppen unter sich sind? Wo bleibt die vorschulische Bildung, wenn die, die es am Nötigsten haben nur 5 Stunden pro Tag die Einrichtung besuchen? Wo bleibt die nötige gesunde Ernährung, wenn sozial schwache Kinder kein Mittagstisch in der Einrichtung erhalten? Für die Jusos steht fest: gleiche Bildungs- und Aufstiegschancen für alle Kinder gibt es nur mit einer kostenlosen und flächendeckenden Ganztagsbetreuung und einem kostenlosen Mittagessen für alle! Das Geld dafür ist da! Aber es verschwindet in Steuergeschenken für Reiche und Großkonzerne. Scheinbar verschwindet es auch auf Konten in Liechtenstein. Zudem muss der Beruf der Erzieherin/ des Erziehers Anerkennung und Attraktivität finden! Das geht nur durch die Umstellung auf ein Hochschulstudium, höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen. Andere Länder machen es erfolgreich vor. Die Jusos attestieren der NRW-Landesregierung: KiBiZ ist kein Kinderbildungsgesetz. Es sollte besser KiSpaZ heißen - Kinderspargesetz!




